Stangenbohnen anbauen

Stangenbohne im eigenen Garten anbauen

Werden einige Grundregeln beachtet, ist es gar nicht so schwierig, durch Eigenanzucht von Stangenbohnen reichliche Ernten zu erzielen. Zur Vorbereitung ist zunächst der Bodenbeschaffenheit ein Augenmerk zu widmen: Stangenbohnen mögen keine zu schweren, lehmigen Böden. Falls notwenig, ist der Boden durch Zugabe von etwas Humus oder abgepackter Pflanzerde und Sand zu durchlockern.

Entscheidend ist sodann die richtige Sortenwahl. Die robusten Prunk- oder Feuerbohnen eignen sich auch für den Anbau in kühleren Regionen. Von ihr wurden längst fadenlose Sorten gezüchtet; ihre flachen und bis zu über 30 cm langen Früchte dürfen aber nicht zu lange hängen, damit sie nicht „glasig“ werden. Die Feuerbohne steckt kalte Nächte während der Keimung besser weg als andere Sorten; zudem sind die Keimlinge enorm kräftig und fallen nicht so leicht dem Schneckenfraß zum Opfer. Stangenbohnen mit rundlichen, deutlich kleiner bleibenden Früchten in Grün, Blau oder Gelb entwickeln vom Habitus her einen weit zierlicheren Wuchs und sind weit weniger tolerant gegen extreme Wetterschwankungen; dies gilt erst recht für die „Wachsbohnen“ mit ihren glänzenden Schoten.

Bohnensamen dürfen erst nach den letzten zu erwartenden Spätfrösten im Frühjahr – also nicht vor Mitte Mai – gesteckt werden. Um den hartschaligen Samen die Keimung durch „Vorquellen“ zu erleichtern, ist es hilfreich, sie vor dem Stecken über Nacht in einer Schale mit Wasser „einzuweichen“.

Als Bohnenstangen sollten Rundhölzer gewählt werden, da Stangenbohnen „windend“ klettern und sich mit Kanthölzern daher schwer tun. Die Stärke muss auf jeden Fall mindestens der eines Besenstiels entsprechen, da Laubwerk und Fruchtbehang einiges Gewicht entwickeln. Die Bohnenstangen dürfen auch nicht zu kurz bemessen werden, da etwa die Feuerbohne locker Wuchshöhen von 2,5 bis drei Metern erreicht. Natürlich ist dafür zu sorgen, dass Bohnenstangen genügend Standfestigkeit bei heftigem Wind entwickeln. Anstatt sie einzeln und in Reihe aufzustellen, bewährt es sich besser, jeweils drei, fünf oder sieben Stangen in der Form eines Rundzeltes zu gruppieren und oben mit einem festen Hanfstrick oder Kabelbindern aneinander zu fixieren.

Je nach Wuchsstärke und Ertragsreichtum der gewählten Sorte werden dann um jede Stange fünf bis acht Samen gesteckt. Fallen einzelne Samen wegen widriger Witterung aus, kann man problemlos nachstecken, da Stangenbohnen meist in drei bis fünf Tagen keimen. Wichtig besonders in regenreichem Frühjahr: den Schneckenschutz der Keimlinge nicht vergessen! Denn zarte kleine Stangenbohnen-Pflanzen gehören leider zu den Leibspeisen der Schnecken. In langen Trockenperioden müssen Stangenbohnen aufmerksam gewässert werden, da sie sonst oft den Fruchtansatz verweigern. Besondere Düngung ist hingegen nicht erforderlich.

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