Kräuterschnecke bauen

Kräuterschnecke  – eine nützliche Dekoration für Ihren Garten

Permakultur und Selbstversorgung sind die Stichworte, die naturverbundenen Menschen schon lange nicht mehr fremd sind. Ersteres bezeichnet die Gestaltung eines Lebensraumes, bei dem den Bedürfnissen aller Beteiligten – ob Mensch, Pflanze oder Tier – Rechnung getragen wird. Solche Systeme werden entsprechend ökologischer und ökonimischer Gesichtspunkte geplant. Selbstversorgung gehört hier unabdingbar mit dazu. Die meisten Haushalte betreiben eine solche Wirtschaft bereits in dem Moment, wenn ein großer Garten vorhanden ist, den man weiträumig mit Obstbäumen, Beerensträuchern und Kräuterrabatten bestücken kann.

Was aber, wenn man den Platz nicht hat, um seine Vorstellungen zu verwirklichen?
Abhilfe können hier sogenannte dreidimensionale Beete schaffen. In diesen können auf kleinstem Raum eine Vielzahl von Pflanzen untergebracht werden. Vor allem in Bezug auf Kräuter bietet sich ein dreidimensionales Beet an, da man für den Kräuteranbau einen weiteren Vorteil dieser Art von Beet nutzen kann. Ihr Aufbau ist so gestaltet, dass man den Bedürfnissen von Pflanzen auch aus unterschiedlichen Klimazonen gerecht wird. Das Beet verläuft in einer Spirale zumeist um einen Steinhaufen herum. Der Platz soll so ausgerichtet sein, dass die Spirale im Süden beginnt, damit man volle Sonneneinstrahlung nutzen kann. Im oberen Bereich werden zunächst etwa 30 cm Erdreich abgetragen und die Stelle mit Kies aufgefüllt, um spätere Staunässe zu vermeiden. Dann beginnt man damit, Steine in Trockenverbund (ohne Mörtel) spiralförmig von außen nach innen zu legen, wobei die Mauer nach innen immer höher werden sollte. Ist die Steinspirale fertig, kommt Kies als Füllmaterial hinein. Die Kiesschicht soll innen, wo die Mauer am höchsten ist, auch den höchsten Stand aufweisen und nach außen hin immer weniger werden. Es empfiehlt sich, den Kies zwischendurch zu verdichten. Über die Kiesschicht kommt Humus mit einer Dicke von etwa 15 Zentimetern und die gleiche Menge Kräutererde, Gartenerde oder Kompost. Die Mengenanteile der unterschiedlichen verwendeten Erdarten variiert je nach den Bedürfnissen der Kräuter, die später gepflanzt werden sollen, man befüllt sie quasi mit verschiedenen Erdgemischen.

Die so entstandene Kräuterspirale kann in verschiedene Zonen eingeteilt werden. Die unterste Zone ist die Nasszone, sie sollte zweckmäßigerweise in einem kleinen Teich beginnen. Sie wird mit Kräutern bepflanzt, die es nass und feucht mögen. Dazu gehören zum Beispiel Wasserminze und Brunnenkresse. Eine Vierteldrehung weiter im Kreis kommt die Feuchtzone. Sie hat einen humusreicheren Boden und bei richtiger Anordnung nach dem Sonnenstand sollte es dort warm und feucht sein, die Steine außenherum dienen als Wärmespeicher. Dort ist der geeignete Platz für Schnittlauch, Kerbel und Petersilie. Die nächste Zone ist dann die Normalzone. Dort ist es trocken und nur teilweise sonnig. In der Normalzone fühlen sich vor allem Zitronenmelisse und andere Melissearten wohl. Im Herzen der Kräuterschnecke befindet sich zu guter Letzt die Mittelmeerzone. Dort hat man für einen durchlässigen, mageren und trockenen Boden gesorgt, dem man auch etwas Kalk beimischen sollte. Mittelmeerkräuter gedeihen hier besonders gut, zum Beispiel Thymian und Salbei. Der höhergelegte Anbau bietet den weiteren Vorteil, dass Schnecken nicht so schnell dorthin gelangen und die Pflanzen schädigen können.