Rückschnitt des Holunders

Der Holunder, aus dem Kinderlied als “Hollerbusch” bekannt, ist ein weitverbreiteter Wildstrauch. Aufgrund der zahlreichen positiven Wirkungen seiner Blüten und Beeren ist er auch als Kulturpflanze in vielen Gärten zu finden. Sehr Beliebt sind die Holunderbeeren für die Verarbeitung zu Holundersirup, Holundersaft, Holunderlikör und -sekt, sowie Holundermarmelade und -gelee. Von Natur aus wächst der Holunder buschartig und wird als Zuchtgehölz zumeist in dieser Form angeboten. Der ausgewachsene Strauch erreicht eine Höhe von bis zu sieben Metern, wobei besonders sein Breitenwachstum beachtliche Ausmaße annehmen kann.

Während seine wild wachsenden Verwandten ohne jährlichen Rückschnitt prächtig gedeihen, kann der kultivierte Garten-Holunder regelmäßig zurückgeschnitten werden. Zum einen vergrößert dies seine Erträge, zum anderen hält es seinen ansonsten recht üppigen Wuchs in Grenzen. Sollte am Haus oder im Garten also kein ausreichender Platz für das ausufernde Wachstum des Holunders zur Verfügung stehen, kann der Strauch ohne größeres Fachwissen zu jeder Jahreszeit unproblematisch zurückgeschnitten werden.

Alle Schnittarten werden vom Holunder gut vertragen. Selbst ein drastischer Verjüngungsschnitt kann keinen dauerhaften Schaden anrichten. Bei übermäßigem Rückschnitt kann es allerdings zur vermehrten Bildung von Wassertrieben kommen. Zu bedenken ist überdies, dass neue Blüten sich nur an zweijährigem Holz bilden. Wer im Jahr nach dem Rückschnitt nicht auf Blüten und Früchte verzichten möchte, der sollte den Busch lediglich „in Form“ schneiden oder gezielt einzelne Äste entfernen.

Holunder ist auch in Baumform kultivierbar. Um aus dem breitwachsenden Busch ein hochstehendes Bäumchen zu ziehen, müssen in den ersten Jahren regelmäßig die Stamm- und Bodentriebe des Holunders entfernt werden. Die Bildung bodennaher Triebe nimmt mit wachsendem Alter ab. Im Laufe der Zeit bildet sich so ein kronenähnlicher Überbau. Die Baumform wird besonders im erwerbsmäßigen Holunderanbau favorisiert.

Vorteil des Hochstammes gegenüber der Buschform: Bei der Buschform kann es vorkommen, dass die fruchttragenden Äste den Boden berühren. Die Früchte würden dadurch verschmutzt. Die Beeren wären Schimmel und Fäulnis preisgegeben. Hinzu kommt, dass die bodennahen Triebe der Buschform besonders anfällig für Pilzerkrankungen sind.
Der Stamm des baumförmig gezogenen Holunders verhindert den Bodenkontakt und führt so zu einer robusteren und kompakteren Pflanze, die sich darüber hinaus noch durch höhere Erträge auszeichnet. Auch erleichtert die hohe Form des Holunderbaumes die Pflege- und Erntearbeiten.

Grundsätzlich ist der Holunderbusch überaus vital. Selbst aus den Stümpfen gefällter Sträucher wachsen wieder neue Triebe.  Anspruchsloser und unkomplizierter ist kaum ein anderer Gartenstrauch.

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