Maden in Kirschen bekämpfen

Maßnahmen zur vorbeugend Bekämpfung von Maden in Kirschen

Im Spätsommer ist es wieder soweit: Die Früchte am Baum locken in Gelb, Rosa, Rot bis zum tiefen Rubinrot Alt und Jung. Es ist Kirschenzeit. Und am besten schmecken die Früchte direkt vom Baum, sonnengereift und frisch. Der Appetit vergeht dem Genießer jedoch recht schnell, wenn er feststellt, dass er nicht der Einzige ist, der sich diese Kirsche schmecken lässt. Die Maden der Kirschfruchtfliege waren schneller und haben es sich in der Frucht gemütlich gemacht. Der ein oder andere mag darin noch eine Eiweiß-beilage für die Marmelade sehen, die Fleißigen unter uns entfernen die Maden Stück für Stück, bei den meisten landen sie in der Biotonne. Zu diesem Zeitpunkt ist es bereits zu spät, aber es gibt einige Maßnahmen, die, vorbeugend angewendet, den Befall mit Maden an Kirschen stark reduzieren können.

Die Kirschfruchtfliege

Die Kirschfruchtfliege ist eine kleine, schwarze Fliege mit gelben Punkten, die ihre Eier in Kirschen ablegt. Im Juli, wenn die Kirschen noch gelb sind, legt die Fliege ihre Eier in die Kirsche, nach 10-15 Tagen schlüpfen die Maden. Gut genährt vom Fruchtfleisch der Kirsche werden sie bis zu 60 mm groß. Abschließend verpuppen sie sich und überwintern im Boden rund um den Baum, um nach 1-3 Jahren als Fliege zu schlüpfen.

Vorbeugende Maßnahmen

Es gibt besonders früh oder spät reifende Kirschsorten, die zu Beginn der Eiablage bereits abgeerntet oder noch nicht reif genug sind und daher ohne weitere Schutzmaßnahmen einen geringeren Befall an Maden aufweisen.
Um den Bestand der Fruchtfliege, die im Boden überwintert, zu reduzieren, ist die Anwendung von Nematoden geeignet. Nematoden sind Fadenwürmer, die sich als Parasit von den Puppen der Kirschfruchtfliege ernähren und den Bestand stark dezimieren können. Anfang Juni werden die Nematoden in handwarmes Wasser eingerührt und mit der Gießkanne direkt unter den Bäumen ausgebracht.
Enten und Hühner scharren Puppen aus dem Boden und picken das Fallobst inklusive Maden auf, so helfen sie dabei, der Plage Herr zu werden. Einen ähnlichen Effekt können Sie auch mit dem konsequenten Absammeln und der Entsorgung heruntergefallener Früchte erzielen.
Da die Fliege sich an den gelben Früchten orientiert, kann das Anbringen einer Gelbtafel vor Beginn der Eiablage hilfreich sein. Diese mit Leim bestrichenen Tafeln werden an der Süd- und Westseite des Baumes aufgehangen. Die Fliegen werden angelockt und bleiben auf der Tafel kleben. Einige Produkte enthalten zusätzlich Lockstoffe.
Eine sehr effektive Art des Schutzes, der gleichzeitig gierige Vögel abhält, ist die Verwendung eines Schutznetzes. Das Netz muss besonders engmaschig gewählt werden, derartige Netze werden im Gemüsebau zum Beispiel gegen die Zwiebelfliege angewendet. Die Krone muss vollständig vom Netz umschlossen werden.
Bei großen Bäumen ist diese Methode jedoch nur sehr schwer umzusetzen. Ein regelmäßiges Beschneiden der Bäume und die Wahl kleinbleibender Sorten erleichtern die Anwendung von Schutznetzen.

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