Obstbaum veredeln

Wie lassen sich Obstbäume veredeln?

Nicht immer ist der Kauf neuer Obstbäume eine Garantie dafür, dass diese auch ein reiches Aufkommen an Früchten zeigen. Denn die Qualität des Samens und somit des Erbgutes der Gewächse lässt sich schlecht einsehen. Sinnvoller ist es meist, einen qualitativ hochwertigen Baum, der seine Güte bereits bewiesen hat, nachzuzüchten. Doch ist das nicht so einfach. Denn das in den Fruchtkernen gespeicherte Genmaterial unterscheidet sich oft von jenem des Baumes. Wer also Apfelkerne zum Treiben bringen möchte, wird im Ergebnis einen anderen Apfelbaum bekommen, als das Muttergewächs war. Allerdings gibt es eine andere Methode, die guten Gene auf eine weitere Pflanze zu übertragen.

Das geschieht mit der sogenannten Veredelung der Bäume. Hierfür wird ein Trieb des Mutterbaumes entfernt und auf einem anderen Baum aufgesetzt. Ist das Erbgut des Triebes hochwertiger als jenes des neuen Gewächses, wird es sich durchsetzen und den Obstbaum somit qualitativ verbessern. Jedoch muss dieser Vorgang fachmännisch durchgeführt werden. Häufig scheitert der Versuch, einen Obstbaum zu veredeln, weil das verwendete Werkzeug nicht optimal war oder weil die Lagerung des Triebes mangelhaft ausgeführt wurde. Darum kann es nicht schaden, gerade an minderen Gewächsen die Veredelung vorab zu versuchen, sich insbesondere die Techniken des Schnittes anzueignen und somit gezielt auf eine gute Arbeit hinzuwirken.

Wer über einen wirklich hochwertigen Obstbaum verfügt und dessen Ertrag kopieren möchte, sollte daher zunächst beim jährlichen Verschnitt die guten Triebe sichern. Diese sogenannten Reiser grenzen sich farblich von dem übrigen Ast ab, aus dem sie sprießen. Sie sollten etwa ein Jahr alt und entsprechend stabil sein. Mit einem sehr scharfen Messer lassen sie sich vom Mutterbaum trennen. Der Schnitt sollte dabei so glatt wie möglich ausgeführt werden. Denn er beeinflusst das spätere Wachstum an einem anderen Baum beträchtlich. Wer sich das nicht zutraut, kann den gesamten Ast absägen und die Reiser von einem Gärtner professionell abtrennen lassen.

Die Triebe sollten möglichst an klaren und kalten Tagen geschnitten werden. Vorrangig im Herbst oder dem Winter. Eingesetzt werden sie jedoch erst zum nächsten Frühjahr. Bis dahin sind sie kühl und dunkel zu lagern. Im Idealfall wird dafür eine Kiste mit Sand gefüllt und die Reiser darin verdeckt. Gelegentlich ist der Sand zu befeuchten, um die Triebe für einige Monate frisch halten zu können. Wurde bis zum Frühling auch der zu veredelnde Baum verschnitten, so können in dessen Schnittstellen die Reiser unter die Rinde eingefügt und mit natürlichem Bast befestigt werden. Der Trieb kann nun auf dem neuen Baum gedeihen und sein Erbgut auf diesen übertragen.

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