Clematis schneiden

Clematis schneiden – wann ist der richtige Zeitpunkt – Frühjahr oder Herbst?

Eine prächtig rankende Clematis, auch Waldrebe genannt, ist eine Zierde für jeden Garten. Damit sie sich optimal entfalten kann, muss sie regelmäßig geschnitten werden. Über den richtigen Zeitpunkt wird häufig diskutiert: Frühling oder Herbst?
Die Antwort: Dies hängt von der Sorte ab. Es gibt früh- und spätblühende Arten sowie solche, die zweimal blühen, und sie benötigen ihren Schnitt zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Frühblühende Clematis, die im Frühling oder Frühsommer blüht, wird im Herbst zurückgeschnitten, und spätblühende Sorten, die sich im Hochsommer entfalten, erhalten ihren Schnitt im Frühling. Die zweimal blühenden Arten erfordern gesonderte Regeln.
Zunächst die Spätblüher. Der beste Zeitpunkt für ihren Schnitt ist im März oder April, wenn der Austrieb beginnt. Sie werden stark zurückgeschnitten bis etwa 50 cm über dem Boden. Die optimale Schnittstelle befindet sich einen halben Zentimeter über einem Blattknospenpaar.
Spätblüher können nach der Blüte auch zurückgeschnitten werden, aber die abgeblühten Teile haben einen Nutzen für die Pflanze: Im Winter dienen sie ihr als Frostschutz. Empfindliche Sorten sollten also so wenig wie möglich oder gar nicht geschnitten werden.
Es gibt einige Arten, die mehr als nur einmal blühen, und diese können „ausgeputzt“ werden, d.h. verblühte Teile werden entfernt. Das regt die Pflanze an, neue Blüten zu bilden, aber es ist wichtig, nicht die Triebe selbst zu entfernen.
Frühblühende Clematissorten erfordern eine andere Behandlung. Da sie im Frühling bereits voll aktiv und ihre Knospen zu diesem Zeitpunkt schon vorhanden sind, dürfen sie in dieser Jahreszeit nicht geschnitten werden. Für sie ist der Herbst der richtige „Friseurtermin.“ Neben der Entfernung der verblühten Teile werden auch die Seitentriebe eingekürzt. Nur wenige Knospen sollten übrig bleiben, um das Wachstum im nächsten Jahr anzuregen.
Clematissorten, die zweimal blühen, tun dies generell im Mai an den Trieben des Vorjahres und im August an den neuen. Bei ihnen sind jeweils nur wenige Schnitte erforderlich. Nach der Maiblüte werden lediglich die Fruchtstände entfernt um die zweite Blüte nicht zu beeinträchtigen. Nach der Augustblüte ist gar kein Schnitt nötig und im Frühling darauf werden nur erfrorene Teile entfernt. Ungefähr alle fünf Jahre empfiehlt sich ein Radikalschnitt im Juni.
Wird eine Clematis zu groß oder benötigt eine Verjüngung, so kann durchaus einmal ein Radikalschnitt erfolgen. Entsprechend der Art im Frühjahr oder Herbst wird die Pflanze hierbei „auf den Stock gesetzt.“ Das bedeutet einen Rückschnitt bis in das alte Holz ca. 10 bis 15 cm über dem Boden. Dies veranlasst die Pflanze aus versteckten Knospen, den so genannten „schlafenden Augen,“ neu und sehr kräftig auszutreiben. Im Gegensatz zu anderen rankenden Pflanzen wie etwa dem Blauregen führt der Radikalschnitt bei der Clematis nicht zur Bildung von Wurzelausläufern, die an anderer Stelle neue Pflanzen austreiben.
Es kann vorkommen, dass die Clematis von einer Pilzkrankheit namens Clematiswelke befallen wird. Wie bei allen Pilzerkrankungen bei Pflanzen, so hilft auch hier nur ein radikales Zurückschneiden bis ins gesunde Holz, um alle Erreger wirkungsvoll zu beseitigen. Wichtig dabei ist die abgeschnittenen Teile nicht in den Kompost zu geben, sondern in den Müll, denn ansonsten verbreitet der Pilz sich über die Kompostgabe im ganzen Garten.

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