Schädlinge Gemüsegarten

Schädlinge und Krankheiten im Gemüsegarten

Neben einer durchdachten Fruchtfolge, der Auswahl von hochwertigem Saatgut sowie einer guten Bodenbearbeitung sorgen vorbeugende Maßnahmen gegen Krankheits- und Schädlingsbefall für hohe Erträge in der Gemüseernte. Dazu ist es wichtig, dass der Gärtner die Krankheiten und Schädlinge kennt, die den Gemüsesorten gefährlich werden können.

Wer Tomaten pflanzt, sollte daran denken, ihnen einen Dachunterstand, eine Folienbespannung, bestenfalls ein Gewächshaus zu gönnen, welches sie vor Regen schützt. Wichtig ist das Gießen der Tomaten von unten, damit kein Gießwasser an die Blätter gelangt. Außerdem sollte für eine gute Durchlüftung im Gewächshaus gesorgt werden, damit sich kein Kondensat bildet. Dies sind die sichersten vorbeugenden Maßnahmen gegen Braun- und Krautfäule. Diese Krankheit wird durch den Pilz Phytophthora infestans ausgelöst, der neben Tomanten auch Kartoffeln oder Petunien schädigt. Feuchte Witterung und Nässe auf Pflanzenteilen begünstigen die Ausbreitung des Pilzes. Erste Anzeichen von Befall sind braune und vertrocknete Blätter sowie dunkelfleckige Früchte. Sie sind ungenießbar und müssen ebenso wie befallene Pflanzenteile schnellstens entfernt werden. Auf den Komposthaufen gehören sie nicht. Im Anfangsstadium kann eine Spritzung mit Kupfer-Präparaten helfen, meist gelingt es aber nicht mehr, die Pflanzen zu retten.

Kohlgemüse ist hauptsächlich von der Weißen Fliege, die auch unter dem Namen Mottenschildlaus bekannt ist, betroffen. Dieser Schädling legt seine Eier auf Blattunterseiten ab. Schlüpfen die Raupen, saugen sie permanent Pflanzensaft und schädigen die Kohlpflanzen so lange, bis diese absterben. Erst, wenn die Raupen in das Stadium der Verpuppung eintreten, verlassen sie ihre Wirtspflanzen wieder. Als vorbeugende Maßnahme kommt das Überspannen gefährdeter Gemüsesorten mit Vlies oder einem engmaschigen Netz in Betracht. Wo das nicht möglich ist, sollten die Pflanzen regelmäßig auf Befall kontrolliert werden. Im Gewächshaus hat sich außerdem der Einsatz von natürlichen Fressfeinden bewährt. Marienkäfer und Schlupfwespen gehören dazu. Auch im Freiland lohnt es sich, die Umweltbedingungen so zu gestalten, dass sich Nützlinge wohl fühlen. Das Aufstellen eines Insektenhotels an einer wetterabgewandten Schuppenwand ist nur ein Beispiel hierfür. Reichen diese ökologischen Maßnahmen nicht aus, können betroffene Pflanzen mit einer Seifenlauge besprüht werden.

Nicht nur Zierpflanzen, auch Gemüsepflanzen haben oft unter Blattläusen zu leiden. Blattläuse entziehen den Pflanzen nicht nur Pflanzensäfte, sie sorgen durch ihre zuckerhaltigen Ausscheidungen auch dafür, dass sich Schwärzepilze oder Rußtau ansiedeln. Ebenfalls vom sogenannten Honigtau angelockt werden andere Insekten, wie Ameisen, die sich dann wiederum regelrechte Blattlauskolonien züchten. Ein starker Blattlausbefall kann zu totalen Ernteausfällen führen, so dass es angezeigt ist, diese Schädlinge bereits im Frühstadium zu beseitigen. Auch hier ist der Einsatz von natürlichen Fressfeinden ein ökologisches Mittel der Wahl. Ebenfalls bewährt hat sich das Besprühen von betroffenen Pflanzen mit einem Brennnesselsud oder einer Seifenlauge. Auch eine Mischung aus Wasser und Nikotinresten kann helfen.

Auch wenn er nicht alle Jahre gleich stark auftritt, ist der Kartoffelkäfer ein Schädling im Gemüsegarten, der neben der Braunfäule für die größten Ernteausfälle bei Kartoffeln sorgt. Der Kartoffelkäfer ernährt sich, ebenso wie seine Larven, von Pflanzenteilen der Nachtschattengewächse. Seine Fresssucht ist so enorm, dass innerhalb kürzester Zeit riesige Flächen kahl gefressen sein können. Ab Juni sollten Kartoffeln regelmäßig auf Befall kontrolliert werden. Die Käfer sind an ihrer schwarz-gelb-gestreiften Färbung zu erkennen. Eier sind gelb, Larven rötlich. Natürliche Fressfeinde hat der Kartoffelkäfer kaum. Vorbeugend hat sich das Bespannen der Kartoffelpflanzen mit engmaschigen Netzen bewährt. Der Hobbygärtner wird sich mit dem Absammeln der Käfer abfinden müssen, will er auf den Einsatz von Insektiziden verzichten. In der Landwirtschaft werden auf großen Flächen Bio-Collektoren genutzt.

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Blattläuse bekämpfen

Wie lassen sich Blattläuse entfernen?

Treten sie vereinzelt auf, sind sie häufig nur schwer zu erkennen. Wie kleine schwarze Punkte, die sich auf den Stängeln und Blättern von Pflanzen abgesetzt haben, wirken die Blattläuse dabei. Sofern sie sich nicht bewegen oder sichtbare Beschädigungen am Gewächs hinterlassen, sind sie kaum als Insekt zu entlarven. Doch ist damit bereits der Anfang gemacht: Wo sich die erste Blattlaus eingenistet hat, da folgen ihr bald weitere Exemplare. Diese bevölkern ganze Beete und sind als schwarzer Schwarm nicht zu übersehen. Hunderte der kleinen Insekten können sich auf einer Pflanze befinden und hinterlassen deutlich sichtbare Schäden, an denen das Gewächs eingehen kann.

Blattläuse sind daher stets der Feind des Gärtners. Besonders solcher Gartenfreunde, die ihre grünen Zöglinge auf möglichst biologischer Basis wachsen und gedeihen lassen wollen. Giftige Chemikalien meidet die Blattlaus an sich. Sie hält sich stattdessen vorwiegend dort auf, wo ihr diese Gefahr nicht droht. Eine probate Lösung, die Plage an Blattläusen effektiv loszuwerden, ist somit der Einsatz von Chemikalien. Doch ist dieser nicht überall gestattet. Die Befürchtung, Rückstände davon könnten in das Grundwasser gelangen, verbietet häufig ihre Anwendung. Ebenso wird es unter vielen Gärtnern ungern gesehen, wenn zum Wohle der lieb gewonnenen Pflanzen mit giftigen Stoffen aufgerüstet wird.

Es geht natürlich auch anders. Sind einzelne Pflanzen akut befallen, helfen jedoch zunächst nur rasch wirkende Notfallmaßnahmen. Diese bestehen anfangs darin, die stark befallenen sowie die bereits schadhaften Stellen der Pflanze sauber abzutrennen und zu entsorgen. In der Regel wird damit bereits ein Großteil der Blattläuse vernichtet. Ebenso lassen sich einzelne Exemplare meist noch mit der Hand oder einer Pinzette absammeln. Hier lohnt es sich also, dauerhaft ein Auge auf das Gewächs zu haben und bei ersten Gefahren bereits einschreiten zu können. Schließlich will kein Gärtner weite Teile der Pflanze oder diese selbst entsorgen müssen. Je eher die Gegenmaßnahmen erfolgen, umso wahrscheinlicher lässt sich das Grün retten.

Darum ist bei Blattläusen immer eine Art Vorsorge in Betracht zu ziehen. Die Insekten suchen sich meist weichere Teile der Pflanzen, die sie mit ihrem Stechrüssel löchern, um sich daraus ernähren zu können. Je härter das Gewächs ist, desto weniger ist es für die Blattlaus als Nahrungsquelle geeignet. Ein Sud mit Tabak, schwarzem Tee, Niem oder Brennnessel sollte daher aufgegossen werden und etwa einen bis zwei Tage ziehen können. Anschließend wird die Flüssigkeit mit einer Sprühflasche auf die Pflanze aufgetragen. Meist sind hierbei mehrere Durchgänge nötig, um die Blätter für die Laus unbrauchbar zu machen. Die Insekten werden die Gewächse alsbald verlassen und bei regelmäßiger Anwendung nicht erneut aufsuchen.

Eine andere und insgesamt schonendere Möglichkeit besteht hingegen darin, die natürlichen Feinde der Blattlaus im eigenen Garten zu kultivieren. Hierbei handelt es sich speziell um den Marienkäfer. Seine Larven können gekauft und daheim ausgesetzt werden. Sie können die aus den Läusen bestehende Nahrungsquelle schnell finden und dankbar annehmen. Auch Florfliegen und Schlupfwespen bevorzugen die Blattlaus auf dem Speiseplan und können ebenso im eigenen Garten heimisch gemacht werden. Diese Insekten fressen nach und nach die vorhandenen Blattläuse auf, vergreifen sich dabei aber nicht an den Pflanzen.

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