Brombeeren vermehren

Brombeeren – Infos zu Anzucht und Pflege

Die Brombeere (Rubus) ist in über 2.000 Arten in fast allen gemäßigten Zonen der Welt zu finden, bei uns ist sie vor allem wegen ihrer wohlschmeckenden und sehr vitaminhaltigen Früchte beliebt. Gegenüber anderem Beerenobst haben Brombeeren viele Vorteile: ihre spät auftretenden Blüten sind nicht frostgefährdet, Vögel und Maden bilden für Blüten wie Früchte keine Gefahr, und reife Früchte müssen nicht umgehend geerntet werden, da sie bis zu zwei Wochen ohne Qualitätsverlust am Strauch hängen können. Zudem hat die Brombeere von allen Obstarten den geringsten Feuchtigkeitsbedarf. Die meisten Brombeersorten sind stachelig, was die Ernte der Früchte erschwert. Die stachellosen Varianten erbringen meist etwas weniger wohlschmeckende Früchte, sind aber für Brombeermarmelade ebenso geeignet.

Die Brombeere ist ein bis zu drei Meter hoch werdender Kletterstrauch, der ein zwei Meter hohes Gerüst oder Spalier benötigt. Die Ruten sollten bogenförmig am Spalier gezogen werden. Um reiche Erträge zu erhalten, benötigt die sonnenhungrige Brombeere einen sehr sonnigen Standort. Mit dazu gehört auch einen Lichtungsschnitt. Die Ruten, die bereits Früchte getragen haben, werden im Frühjahr zugeschnitten. Da die Brombeere selbstbefruchtbar ist, können Anlagen aus nur einer Sorte bestehen. Vor dem Auspflanzen ist die Erde flächig tief zu lockern und eine Vorratsdüngung mit Kali und Phosphat durchzuführen. Die Pflanzung sollte möglichst tief erfolgen, das unterste Auge muss 5 cm tief mit Erde bedeckt sein.

Die Vermehrung erfolgt durch Absenker im Frühjahr: dazu werden Ruten herabgebogen und mit Erde bedeckt, wobei die Triebspitzen herausschauen sollten. Die von Erde bedeckten Rutenteile bewurzeln sich und können im Herbst abgeschnitten und versetzt werden. Eine weitere Vermehrung kann durch Wurzelschnittlinge von ca. 6 cm Länge aus kräftigen Wurzeln oder durch Augenstecklinge erfolgen. Fertige Setzlinge sind auf 50 cm zu kürzen. Die am Wurzelhals befindlichen Knospen sind vorsichtig zu behandeln und dürfen beim Pflanzen nicht beschädigt werden, da sich aus ihnen im nächsten Jahr die neuen Ruten entwickeln. Im zweiten Jahr tragen sie reiche Frucht – drei bis vier Pflanzen decken den Bedarf einer großen Familie! Gleich nach der Ernte sollten diese Fruchttriebe auf zwei Knospen zurück geschnitten werden, aus welchen sich im nächsten Jahr die neuen Fruchttriebe entwickeln. Die Bodenbearbeitung unter der Brombeere darf nur flach erfolgen, um Wurzelbeschädigungen zu vermeiden.

Brombeerruten wachsen bis spät in den Herbst hinein, sollten jedoch im September entspitzt werden, damit sie rechtzeitig ausreifen können. Aus zu dichten Sträuchern sind alte Ruten auszuschneiden, sie sollten aber erst im nächsten Frühjahr entfernt werden, damit sie die verbleibenden Ruten noch leicht beschatten.

Zwar sind Brombeeren recht robust, sollten aber auf Anzeichen von Pilzerkrankungen durch Rhabdospora ramealis beobachtet werden, der rötliche Flecken auf den Blättern hervorruft und die Ranken absterben läßt. Eine zweimalige Spritzung mit Kupferbrühe oder anderen Fungiziden hilft.

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