Erntekalender Obst

Wann ernte Sie welches Obst?

Jedes Obst hat im Erntekalender seinen optimalen Erntezeitraum und seine eigene Erntemethode. Die Erntezeit kann variieren und ist abhängig von den individuellen Bedürfnissen des Gärtners, der physiologischen Eigenschaft der Frucht und der geplanten Verwendung.

Einige Obstarten werden im völlig reifen Zustand geerntet und sollen dann auch bald gegessen werden, andere, die nach der Ernte weiterreifen, wenn sie physiologisch reif sind. Sie erhöhen nicht mehr ihren Zuckeranteil, aber ihren Fruchtsäuregehalt. Vollreifes Obst beginnt bald nach der Ernte, als Ausdruck des Verfalls und der Zersetzung, weich zu werden. Zum Obst dieser Kategorie gehören Brombeeren, Kirschen, Weintrauben, Zitrusfrüchte, Himbeeren und Erdbeeren.

Manche Obstsorten, die reif geerntet werden sollen, verändern nach der Ernte ihre Farbe, Textur und Saftigkeit, aber nicht die Süße und den Geschmack. Diese Früchte sind Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen, Pflaumen, Blaubeeren, Feigen.

Äpfel, Birnen, Kiwis, Mangos und die Papayafrucht erhöhen den Zucker und Süße nach der Ernte. Diese Früchte enthalten Stärke, die zu Zucker umgewandelt wird.

Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse können spät ohne wesentlichen Verlust an Qualität geerntet werden. Die richtige Erntezeit ist erreicht, wenn die äußere Fruchtschale sich spaltet und von selbst abfällt.

Die Reife und der Erntezustand des Obstes hängt auch davon ab, wozu die Früchte verwendet werden sollen. Zum sofortigen Verzehr eignet sich vollreifes Obst, zum Einkochen sollten die Früchte noch fest sein. Zum Trocknen werden vollreife Früchte genommen, um vollmundiges Trockenobst zu erzielen.

Der Vorteil des eigenen Obstes, von eigenen Obstbäumen, ist, dass man über einen bestimmten Zeitraum, von Zeit zu Zeit, ernten kann, genau nach den eigenen Bedürfnissen. Die Reifung des Obstes erfolgt in der Regel über eine oder mehrere Wochen, sowie die Reifezeit nach Regionen und Klimazonen variiert. Das genaue Erntedatum des Obstes wird auch von Jahr zu Jahr unterschiedlich und abhängig sein von Faktoren wie Wetter und Wasser Stress.

Die Erntezeit von Obst beginnt im Monat Mai, dann werden heimische Früchte von Feldern, Sträuchern oder Bäumen eingesammelt.
Im Mai werden Erdbeeren, Rhabarber und auch die frühen Süßkirschen geerntet.
Im Juni kommen dann Sauerkirschen und Stachelbeeren hinzu.
Im Juli werden Aprikosen, Brombeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, und Mirabellen gepflückt.
August, September und Oktober sind die Haupterntezeiten von Äpfeln, Birnen, Zwetschken, Nektarinen, Pflaumen, Pfirsichen, Melonen, Weintrauben, Preiselbeeren und Quitten.

In all den angeführten Monaten wird der Garten zur Vorratskammer, in denen man das wertvolle, richtig geerntete Obst zu duftenden Marmeladen, schmackhaften Konfitüren oder interessanten Gelees verarbeiten kann.

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Quitte pflanzen

Was sind Quitten?

Nutzen Sie die vielfältigen Kräfte der Quitten

Das Rosengewächs Quitte, lat. Cydonia Oblonga, was „Kretischer Apfel“ heisst, hat mehr zu bieten als den unverwechselbaren Duft und Geschmack des Quittengelees. Sie enthält sehr viel Vitamin C, Mineralien und Gerbstoffe. Die Quitte ist eine Heilpflanze, und vom Kaukasus über den Balkan bis zum Iran, woher sie ursprünglich stammt, ist diese Tatsache noch nicht in Vergessenheit geraten. Bei Magen-Darmbeschwerden, Erkältungen und Verbrennungen wird sie bis heute erfolgreich eingesetzt. Auch Hildegard von Bingen wusste die vielfältigen Kräfte der Quitte zu nutzen. Quittenwein und Quittenhonig krönten die feinen Tafel der Ritter des Mittelalters.

Gute Gründe, eine Quitte zu pflanzen.
 
Die Quitte liebt es sonnig, und man sollte ihr genügend Platz einräumen. Um richtig zu gedeihen, benötigt sie kalkhaltigen, nährstoffreichen, gelockerten Boden. Da sie sehr anfällig ist für Krankheiten wie den landwirtschaftlich gefährlichen Feuerbrand, sollte die Wahl des richtigen Standortes gut überlegt sein. Das zeitige Frühjahr ist die beste Pflanzzeit für die einjährige Quitte. Sie darf nicht zu trocken stehen, aber auch Staunässe verträgt sie nicht. Wenn der Regen nicht ausreicht, sollte beim Gießen oder Rasensprengen auch die Quitte nicht zu kurz kommen.
Aber für welchen Quittenbaum soll der Hobbygärtner sich nun entscheiden? Apfelquittensorten wie die serbische Riesenquitte von Leskovac oder die Konstantinopeler Quitte sind etwas härter, aber auch aromatischer als die optisch gefälligeren Birnenquitten wie zum Beispiel die Bereczki Quitte. Alte Sorten wie die Persische Zuckerquitte und die türkische Shirin Quitte sind wieder angesagt. Insgesamt kann man aus fast 200 Sorten, unter denen sich aber auch viele Neuzüchtungen befinden, wählen.
Was den Baumschnitt betrifft, so ist die Quitte ein recht anspruchloses Gewächs. Die ersten vier Jahre sollte sie gestutzt werden, und im fünften gibt es eventuell schon die ersten Früchte zu ernten. Die Quitte blüht im Mai, und richtig reif sind die meisten Sorten im Oktober. Der älteren Quitte verpasst man keinen starken Schnitt mehr, sondern entfernt nur brüchige und tote Äste. Fallobst sollte umgehend aufgesammelt werden, um Krankheiten zu vermeiden.

Haben Sie das Plätzchen im Garten schon gefunden? Quitten sind nämlich Selbstbestäuber, und ein zweiter Baum garantiert durch die Fremdbestäubung eine reichere Ernte. Und die wünscht sich wohl jeder Gärtner.

Weitere Informationen zur Ernte von Quitten: