Frostschäden Obstbäume

Wie Sie Ihre Obstbäume vor Frostschäden schützen…

Frostschäden an Obstbäumen entstehen vorwiegend bei noch jungen Bäumen, derer Rinde noch weich und gebrechlich ist. Der Wechsel von Sonneneinstrahlung und starken Nachfrösten, Temperaturgegensätzen und Sonnen-und Schattenseiten, bieten einen hervorragenden Nährboden für Risse und Wunden an der zarten Rindenschale und kann sogar zur vollständigem Ablösen führen. Meist sind diese Verletzungen des Rindengewebes an den südlichen Stammteilen zu finden. Auf der sonnenabgewandten Seite bleibt der Stamm gefroren. Hingegen dehnt er sich auf der sonnenerwärmten Seite aus. Es entstehen immense Spannungen welche die Rinde zum Platzen bringen. Das Eindringen von Parasiten (z.b. Blutläuse) ist zunehmend ein leichtes. Auch gefährliche Baumkrankheiten wie Krebs, Bleiglanz und Kragenfäule können nun zum Absterben des jungen Baumes oder der Hauptäste führen. Jedoch können auch krebsbefallene Bäume recht alt werden und weiterhin gut tragen, solange Stamm und Hauptäste nicht befallen sind. Es ist also zwingend erforderlich die jungen Obstbäume gerade in den Wintermonaten bei sehr starkem Frost und hitziger Wintersonne zu schützen. Hierfür bieten sich hervorragend Verschalungen aus Jutesäcken, feuchte Umwicklungen, Verkleidung des Stammes mit Strohmatten oder Bretterverschläge an der Süd- und Westsüdseite an. Eine ebenso erfolgreiche Methode ist der weiß-reflektierende Anstrich vom unteren Stamm bis hin zur Baumkrone. Fertigpräparate sind in jedem Fachhandel erhältlich oder lassen sich ganz einfach über das Internet bestellen. Die richtige Zeit für den Anstrich der Obstbäume ist der Dezember, da ab Mitte Januar mit starkem Frost zu rechnen ist. Gerade bei Zwetschgen- und Pflaumenbäumen ist ein lebenslanger Anstrich notwendig, da diese äußerst anfällig für das Pseudomonas-Bakterium (Rindenkrankeit) sind. Die Anstriche sind oft unerlässlich. Eine der gängigsten angewandte Methode ist der Kalkanstrich. Hierbei wird einfach Kalk mit Wasser vermischt und es entsteht eine weiße Brühe. Es gibt unzählige Varianten bei denen noch Lehm oder Tonmehl hinzugefügt wird. Der Anstrich sowie die Trockenzeit betragen 2-3 Stunden. Es ist aber Vorsicht geboten, da der Kalk die Zellen weich macht. Zudem ist die Lebensdauer von Kalkgemischen im Gegensatz zu den Fertigpräparaten eher gering. Sollten Unsicherheit auftreten, ist es ratsam sich bei dem nächsten Fachmarkt Beratung einzuholen.
Bestehen bereits Stammrisse und Wunden, müssen diese unverzüglich behandelt werden. Eine Mischung aus Lehm, Schachtelhalmtee und Kuhmist umgeben von Jutegewebe, bietet den optimalen Verband. Totes Rindengewebe sollte sofort vorsichtig entfernt und mit künstlicher Rinde verstrichen werden. Wunden werden mit fungizid enthaltenden Verschlussmittel bestrichen. Eine unkonventionelle und doch anerkannte Methode ist das „antackern“ mit Klammern der noch intakten aber losen Rinde. Wichtig ist immer, dass der Wundrand verstrichen wird. Großflächige Wunden könne mit Reiser der senkrecht auf die Stellen gelegt und oben sowie unten festgebunden wird, sodass die Wundstelle völlig bedeckt ist.
Grundsätzlich gilt, je früher man den Obstbaum winterfest macht und die Abwehr stärkt, umso höher stehen die Chancen auf einen gesunden Stamm – einen reichhaltigen und erfreulichen Ertrag und um eine erneute ausgezeichnete Ernte im nächsten Jahr.

Mehr Informationen zu Weißanstrich finden Sie auf Gartentalk.net: