Kompost umsetzen

Kompostumsetzung – eine unumgängliche Tätigkeit

Im Garten werden gerade in den Frühjahrsmonaten wieder zahlreiche Arbeiten fällig, zu denen das Umsetzen des Komposts gehört. Dem Umsetzen von Kompost begegnen insbesondere Laien und Gartenanfänger mit großer Unsicherheit und es ergeben sich im Zusammenhang noch viele ungeklärte Fragen.
Beim Anlegen und beim Führen eines Komposthaufens sind sich die Gartenfreunde über den Sinn, die Durchführung und den Nutzen durchaus im Klaren und freuen sich, wenn sie die selbst kompostierten Bestandteile wieder dem Boden zuführen können. Daraus entwickeln sich im Laufe des Jahres kräftige Pflanzen. Komposterde wird in den Frühjahrsmonaten benötigt, denn sie dient bei der Anzucht von jungen Pflänzchen als ausgezeichnete Mineralien- und Nährstoffquelle, welche darüber hinaus von allen Pflanzen ausgezeichnet vertragen wird.
Um eine kräftige und satte Komposterde zu erhalten, ist es nicht ausreichend, die entsprechenden Zutaten beizugeben, sondern auch die Versorgung der natürlichen Substanzen und Mikroorganismen mit Sauerstoff zu gewährleisten. Eine reichliche und kontinuierliche Zufuhr von Sauerstoff ist die beste Voraussetzung, um die natürlichen Prozesse der Fäulnis und Verrottung zu ermöglichen. Die Umsetzung des Substrates wird deshalb zu einer unumgänglichen Tätigkeit, denn nur so kann die Komposterde mit Sauerstoff belüftet werden. Das Umsetzen des Komposts wird von erfahrenen Gärtnern und Bauern in der Zeit zwischen Februar bis Mitte Mai empfohlen. Optimal ist es, den Kompost in einem Jahr einmal durchzubewegen, besser sind natürlich zwei- bis dreimalige Wiederholungen.
In Abhängigkeit vom Umfang des Komposthaufens kann das Umsetzen in mehreren Etappen erfolgen.
Für die Ausführung der Tätigkeiten sind entsprechende Gartengeräte wie eine Mistgabel oder eine Harke vorteilhaft. Diese Hilfsmittel werden benötigt, um große Bestandteile aus dem Kompost zu entfernen und die Erde umzuwälzen. Um eine Siebung der Erde zu erzielen, ist es ratsam, ein Sieb zu nutzen. Alle Reststoffe, die nicht durch das Sieb gelangen, werden wieder auf die Ausgangsposition zurück gelegt. Bei jedem Umsetzen sind die Kompostmengen, die durch das Sieb fallen umfangreicher, da die Verrottungsprozesse zu immer kleineren Bestandteilen führen. Das Sieben wird mehrmals durchgeführt.
Um einen Komposthaufen effizient umsetzen zu können, ist es vorteilhaft, zunächst die obere Schicht abzunehmen und sich danach mit der Mistgabel weiter nach unten vorzuarbeiten. Der Kompostkegel wird Stück für Stück abgetragen. Pflanzenmaterialien, die zu groß sind und keine Verrottungszeichnen zeigen, gelangen wieder auf den Kompost zurück. Alle Substanzen, die sich unterhalb der Hälfte des gesamten Kegels befinden, werden durch das Sieb geschüttelt. In diesem Bereich ist die Verrottung immer am weitesten fortgeschritten. Nicht siebbare Teile werden wieder neu kompostiert. Alle Substanzen, die durch das Sieb gelangt sind, können in die Gartenerde eingebracht werden.
Gartenfreunde, die regelmäßig ihren Komposthaufen umsetzen, erzielen eine schnellere Zersetzung der Substanzen und erreichen außerdem alle Kompostzutaten gleichmäßig, da die randnahen Materialien in die Mitte gelangen und umgekehrt. Viele Gartenfreunde sind so findig und haben ihren Komposthaufen nicht unmittelbar auf der Gartenerde aufgesetzt, sondern auf einem soliden und ebenen, luftdurchlässigen Untergrund. Diese Vorarbeit erleichtert das Umsetzen ganz entscheidend. Als Bodenmaterial eignet sich insbesondere Kies oder auf Lücke gesetzte Platten.

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Wurmkomposter

Wurmkomposter als Ebenenkomposter oder Wurmkiste

Komposthaufen in landwirtschaftlichen Regionen und in Gärten kennt jeder. Es ist faszinierend zu beobachten, wie Würmer und Mikroorganismen organischen Abfall zu wertvollem Humus verarbeiten. Wer keinen eigenen Garten hat, sammelt für die Bio-Tonne, was aber gerade in der warmen Jahreszeit leicht lästige Fruchtfliegen anlockt.

Geniale Abhilfe verschafft hier ein Wurmkomposter. Nicht nur in industriellen Großanlagen kommt dieses Gerät zum Einsatz, sondern ist im Kleinformat auch für Privatpersonen zu Hause einsetzbar. Nahezu wartungsfrei und platzsparend unterzubringen, verrichtet die kleine Lebensgemeinschaft, die der in einem Komposthaufen entspricht, im Wurmkomposter ihr emsiges Werk. Neben Kompostwürmern zählen dazu Pilze, Bakterien, Milben, Springschwänze und Einzeller. Küchenabfälle wie Obst und Gemüse, Kaffeesatz und Ähnliches verarbeiten sie zu Humus. Abfälle tierischen Ursprungs oder Reste von gekochten und oft auch gewürzten Mahlzeiten gehören jedoch nicht hinein. Die Abfälle müssen zerkleinert und feucht hineingegeben werden, damit die Umwandlung gut funktioniert. Das Feuchthalten ist wichtig, das Material darf nicht hart sein. Hilfreich ist es dabei, das Gefäß mit einer feuchten Filzmatte oder Ähnlichem abzudecken, so siedeln sich auch keine Fruchtfliegen an. Ideal für den Umwandlungsprozess ist eine für Wohnungen typische Raumtemperatur um 20 Grad Celsius. Bei Aufstellung auf dem Balkon gilt: Unter dem Gefrierpunkt und über 30 Grad Celsius sterben die kleinen Organismen ab.

Die Kompostierung läuft übrigens geruchsfrei ab. 10 Liter Küchenabfall ergeben 1,5 bis 2 Liter Humus. Außerdem fällt Sickerflüssigkeit an, die sich sehr gut als Flüssigdünger eignet.

Wurmkomposter gibt es als Ebenenkomposter mit mehreren umsetzbaren Auffangschalen, bei denen die Würmer durch Öffnungen selbsttätig zum frischen Abfall wandern, sodass der Humus praktisch wurmfrei ist. Alternativ gibt es die Wurmkiste, die besonders in pädagogischen Einrichtungen Einsatz findet.

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Mulch herstellen

Mulch selbst herstellen – wie geht das?

Jeder Gartenbesitzer wird den Einsatz von Mulch schätzen, denn er hat mehrere Vorzüge, die man nicht missen möchte, wenn man einmal angefangen hat, den Mulch auszubringen. Er schützt den Boden vor Austrocknung und vor Regengüssen, er verhindert seine Erosion und ist auch ideal als Winterschutz und er verhindert das Wachsen von Unkraut. Dadurch, dass sich der Mulch auch zersetzt, ist er gleichzeitig noch ein natürlicher Dünger für die Pflanzen.
Wie kommt man aber zu gutem Mulch?

Rindenmulch für den Garten

Erst einmal kann man sagen, dass Mulch aus Holzabschnitten hergestellt wird, die man aus dem eigenen Garten beziehen kann, denn jeder Gartenbesitzer hat in seinem Garten Sträucher oder Bäume, die er jährlich zurückschneidet.
Diese Abschnitte können in einem Häcksler zerschreddert und aufgefangen werden. Wenn man keinen eigenen Häcksler besitzt, so kann man sich bestimmt bei einem Nachbarn einmal einen Häcksler ausleihen. Sollte das nicht gehen, so kann man im nächsten Baumarkt einen Häcksler ausleihen. Hat man allerdings Jahr für Jahr viel Abfall, so lohnt sich die Anschaffung schon, denn sie kosten ja kein Vermögen und es gibt eine gute Auswahl an entsprechenden Geräten. Beachten sollte man allerdings, wie stark die Äste sein dürfen, die der Häcksler verarbeiten kann. Bei dünnen Zweigen und Ästen haben die wenigsten Häcksler Probleme.
Fällt allerdings nur eine kleine Menge Verschnitt an, so kann man diese Zweige auch mit der Gartenschere in kleine Schnipsel zerschneiden und diese dann vielleicht auf einem kleinen Beet oder in Pflanzkübel ausbringen. Diese Arbeit ist zwar etwas mühselig, aber man hat ja auch einen Nutzen davon. In der Regel sollte der aufgebrachte Mulch eine Schicht von 5-10 cm Stärke haben. Einen festen Zeitpunkt zum Mulchen gibt es nicht, man kann den Mulch anfertigen, wenn zum Beispiel der Heckenschnitt erfolgt ist.
Eine andere Art von Mulch kommt aus dem Komposthaufen. Wenn die Erde durchgesiebt ist, bleiben immer Rückstände, die nicht durch das Sieb gehen. Dabei handelt es sich meist und Stängel und Zweige, sowie andere pflanzliche Rückstände. Diese können ebenfalls unter Sträuchern und Bäumen als Mulchschicht aufgebracht werden, mit demselben Erfolg wie normaler Mulch oder Rindenmulch.
Günstig ist es auch, die Mulchdecke mit einem Besen statt mit dem Rechen zu glätten, damit die Fläche auch gepflegt aussieht.

Rindenmulch wird auch in Baumärkten sackweise verkauft – siehe Bild:

Rindenmulch Sack

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Komposthaufen anlegen

Komposthaufen anlegen – wie und in welchem Abstand zur Grundstücksgrenze?

Den Komposthaufen sollten Sie im hinteren Teil Ihres Gartens anlegen, am besten in einer Ecke, die nicht von allen Richtungen sichtbar ist. Achten Sie aber bitte darauf, dass Ihr Nachbar dort auf seinem angrenzenden Grundstücksteil nicht gerade seine Sitzecke hat, da es durch den Komposthaufen immer mal wieder zu Geruchsbelästigungen kommen kann. Außerdem ist ein Komposthaufen nicht unbedingt ein ästhetischer Anblick.

Wenn Sie möchten, können Sie sich einen sogenannten Komposter zulegen. Dies ist ein Kunststoffkasten, der von oben mit neuen Abfällen befüllt wird, die sich dann im Laufe der Zeit zersetzen. Wenn die Abfälle unten angekommen sind, können Sie als Kompost – also als Dünger – im Garten wieder eingesetzt werden. Der Komposter hat auch den Vorteil, dass er mit einem Deckel versehen ist. Somit können eventuell entstehende Gerüche nicht nach draußen gelangen.

Auch ohne einen Komposter können Sie selbstverständlich Kompost gewinnen. Grenzen Sie den Bereich am besten mit Feldsteinen, Ziegeln oder Betonplatten ab. Holz ist als Abgrenzung nicht geeignet, da es mit verrottet. Der Komposthaufen sollte mindestens einen Meter von der Grundstücksgrenze entfernt sein. Auf ihm können Laub, Erde, Gras und alte Pflanzen entsorgt werden. Auch einige alte Lebensmittel und Schalen, die schnell verrotten, können auf den Komposthaufen geworfen werden.

Wenn möglich sollten Sie den Komposthaufen einmal jährlich durcharbeiten, das heißt, mit der Schaufel auflockern. Somit ist eine bessere und schnellere Zersetzung des Bodens beziehungsweise des Kompostes gewährleistet.

Natürlich können Sie den Komposthaufen auch hinter Holzbrettern verstecken, müssen aber dann damit rechnen, dass das Holz mit verrottet. Deshalb wären hier Kunststoffelemente als Sichtschutz die bessere – und kostengünstigere – Alternative.

Im Winter ist der Komposthaufen übrigens ein idealer Platz für die Winterschlaf haltenden Igel und andere Kleintiere. Deshalb sollten Sie den Haufen nicht im späten Herbst, sondern lieber im Frühjahr mit der Schaufel auflockern, da Sie sonst die Tiere aus dem Winterschlaf wecken könnten. Da der Igel ein nützlicher Gehilfe im Garten ist, der viele Insekten vertilgt, sollten Sie sich über solch einen Bewohner in Ihrem Komposthaufen freuen.

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