Sommerflieder vermehren und schneiden

Sommerflieder vermehren und schneiden – wann und wie?

Im umgangssprachlichen Gebrauch ist der schön anzusehende Sommerflieder gleichsam als Schmetterlingsbusch bekannt. Dieses recht eindrucksvolle, duftende und blühfreudige Gewächs, das viele Gartenfreunde gern selbst vermehren und anzüchten möchten. Seine Bezeichnung hat das Gewächs aus der Familie der sogenannten Braunwurzgewächse deshalb, weil im Frühling und in den Sommermonaten die Schmetterlinge sich gern auf den farbenfreudigen Zweigen niederlassen.
Der Schmetterlingsflieder besitzt zwar überwiegend verholzte Äste und Zweige, lässt sich jedoch erstaunlicherweise durch eine bereits von anderen Gewächsen bekannte Anzuchtmethode vermehren, die als Stecklingsanzucht bezeichnet wird. Diese Anzuchtform ist beim Schmetterlingsbusch relativ einfach und erfolgreich umsetzbar. Es eignen sich ausschließlich Zweige, die keine Blüte mehr besitzen. Diese können vor dem Schnitt abgezupft werden. Die zukünftigen Stecklinge sollten mindestens eine Länge von 15 bis 20 cm erreicht haben. Sowohl die Blüten als auch die meisten Blätter werden entfernt. Eine Beschleunigung des Bewurzelungsvorganges kann erzielt werden, wenn die Blätter etwa bis zur Zweighälfte reduziert werden. Gartenfans wissen sicherlich, dass eine zügige Ausbildung von Wurzeltrieben durch das Einreiben der Stecklingsenden mit einem sogenanntem Bewurzelungspulver umsetzbar ist. Etwas Holzkohle von einer verkohlten Streichholzkuppe tut es auch.
Wenn die Stecklinge in dieser Art und Weise vorbereitet sind, erfolgt das Einsetzen in Anzuchterde, die regelmäßig feucht gehalten wird. Um ein wuchsförderndes Klima zu gewährleisten, werden die Anzuchtgefäße entweder in ein Gewächshaus gestellt oder eine Folientüte darüber gestülpt. Diese soll lichtdurchlässig sein und wird täglich zum Belüften angehoben. Eine unzureichende Luftzirkulation kann zu Fäulniserscheinungen am Steckling führen.
Etwas einfacher gestaltet sich die Variante, gekürzte Zweige in ein lichtdurchlässiges Gefäß mit Wasser zu stellen. Die Blüten und Blätter werden wiederum entfernt oder verringert. Nach vier bis sechs Wochen entstehen an den im Wasser befindlichen Enden kleine Wurzeln. Düngerbeigaben sind nicht notwendig, nur ein regelmäßiger Wasserwechsel. An einem sonnigen oder halbschattigen Standort geht die Stecklingsbewurzelung in der Regel schneller. Sobald die Wurzeln intensiv ausgeprägt sind, können die Stecklinge ins Freie gepflanzt werden. Je öfter nun die Triebe verschnitten werden, desto kräftiger wächst der neue Sommerfliederstrauch.
Der Sommerflieder kann durch eine entsprechende Pflege und Bearbeitung insbesondere im Zusammenhang mit dem Schnitt unmittelbar in seinem Wuchs und seiner dichten Blütenausbildung beeinflusst werden. Vorteilhaft ist es, wenn der Schnitt schon in den Herbstmonaten erfolgt. Während dieser Zeit steht der Sommerflieder nicht mehr in der vollen Blüte und abgeblühte Zonen können gleich beim Verschneiden mit abgenommen werden. Die Herbstmonate werden auch aus dem Grund gewählt, damit sich im Frühling vermehrt die Verzweigungen bilden können, die zu einem dichteren und kräftigeren Wuchs des Schmetterlingsflieders beitragen. Gartenfreunde sollten jedoch nicht irritiert sein, wenn sich nach dem Herbstschnitt durch die hohe Wuchskraft des Sommerflieders erneut zarte Blütenstände ausprägen. Das ist normal.
Wenn es im Herbst nicht mehr möglich ist, den Schmetterlingsbusch zu verschneiden, dann kann dies auch noch rechtzeitig im Frühjahr nachgeholt werden. Rechtzeitig bedeutet in diesem Fall nicht zu früh. Der Frost sollte aus dem Boden heraus sein. Viele Gartenfreunde haben gute Erfahrungen damit gemacht, dass sie den Sommerflieder in manchen Jahren gar nicht verschneiden. Wenn die Büsche noch klein sind, ist das eher nicht so vorteilhaft, umfangreichere und ältere Fliederbüsche können damit leben. Günstiger für eine füllige Blüte ist es dennoch, den Rückschnitt nach Möglichkeit einzuhalten.

Weitere Infos zu Pflanzenpflege:

Clematis schneiden

Clematis schneiden – wann ist der richtige Zeitpunkt – Frühjahr oder Herbst?

Eine prächtig rankende Clematis, auch Waldrebe genannt, ist eine Zierde für jeden Garten. Damit sie sich optimal entfalten kann, muss sie regelmäßig geschnitten werden. Über den richtigen Zeitpunkt wird häufig diskutiert: Frühling oder Herbst?
Die Antwort: Dies hängt von der Sorte ab. Es gibt früh- und spätblühende Arten sowie solche, die zweimal blühen, und sie benötigen ihren Schnitt zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Frühblühende Clematis, die im Frühling oder Frühsommer blüht, wird im Herbst zurückgeschnitten, und spätblühende Sorten, die sich im Hochsommer entfalten, erhalten ihren Schnitt im Frühling. Die zweimal blühenden Arten erfordern gesonderte Regeln.
Zunächst die Spätblüher. Der beste Zeitpunkt für ihren Schnitt ist im März oder April, wenn der Austrieb beginnt. Sie werden stark zurückgeschnitten bis etwa 50 cm über dem Boden. Die optimale Schnittstelle befindet sich einen halben Zentimeter über einem Blattknospenpaar.
Spätblüher können nach der Blüte auch zurückgeschnitten werden, aber die abgeblühten Teile haben einen Nutzen für die Pflanze: Im Winter dienen sie ihr als Frostschutz. Empfindliche Sorten sollten also so wenig wie möglich oder gar nicht geschnitten werden.
Es gibt einige Arten, die mehr als nur einmal blühen, und diese können „ausgeputzt“ werden, d.h. verblühte Teile werden entfernt. Das regt die Pflanze an, neue Blüten zu bilden, aber es ist wichtig, nicht die Triebe selbst zu entfernen.
Frühblühende Clematissorten erfordern eine andere Behandlung. Da sie im Frühling bereits voll aktiv und ihre Knospen zu diesem Zeitpunkt schon vorhanden sind, dürfen sie in dieser Jahreszeit nicht geschnitten werden. Für sie ist der Herbst der richtige „Friseurtermin.“ Neben der Entfernung der verblühten Teile werden auch die Seitentriebe eingekürzt. Nur wenige Knospen sollten übrig bleiben, um das Wachstum im nächsten Jahr anzuregen.
Clematissorten, die zweimal blühen, tun dies generell im Mai an den Trieben des Vorjahres und im August an den neuen. Bei ihnen sind jeweils nur wenige Schnitte erforderlich. Nach der Maiblüte werden lediglich die Fruchtstände entfernt um die zweite Blüte nicht zu beeinträchtigen. Nach der Augustblüte ist gar kein Schnitt nötig und im Frühling darauf werden nur erfrorene Teile entfernt. Ungefähr alle fünf Jahre empfiehlt sich ein Radikalschnitt im Juni.
Wird eine Clematis zu groß oder benötigt eine Verjüngung, so kann durchaus einmal ein Radikalschnitt erfolgen. Entsprechend der Art im Frühjahr oder Herbst wird die Pflanze hierbei „auf den Stock gesetzt.“ Das bedeutet einen Rückschnitt bis in das alte Holz ca. 10 bis 15 cm über dem Boden. Dies veranlasst die Pflanze aus versteckten Knospen, den so genannten „schlafenden Augen,“ neu und sehr kräftig auszutreiben. Im Gegensatz zu anderen rankenden Pflanzen wie etwa dem Blauregen führt der Radikalschnitt bei der Clematis nicht zur Bildung von Wurzelausläufern, die an anderer Stelle neue Pflanzen austreiben.
Es kann vorkommen, dass die Clematis von einer Pilzkrankheit namens Clematiswelke befallen wird. Wie bei allen Pilzerkrankungen bei Pflanzen, so hilft auch hier nur ein radikales Zurückschneiden bis ins gesunde Holz, um alle Erreger wirkungsvoll zu beseitigen. Wichtig dabei ist die abgeschnittenen Teile nicht in den Kompost zu geben, sondern in den Müll, denn ansonsten verbreitet der Pilz sich über die Kompostgabe im ganzen Garten.

Weitere Infos zu Pflanzenpflege auf Gartentalk.net:

Kletterrosen pflanzen und schneiden

Kletterrosen pflanzen und schneiden – wie und wann – Tipps

Eine gut gedeihende Kletterrose ist ein echtes Schmuckstück in jedem Garten und bildet einen reizvollen Mittelpunkt, vor allem, wenn sie lange blüht und fachkundig gepflegt wird. Die Pflege der Rose wird vor allem durch den optimalen Zeitpunkt des Pflanzens bestimmt und durch den richtigen Schnitt.

Gartenschere und Gartenhandschuhe

Kletterrosen werden im Frühling gepflanzt, bevor Bäume und Büsche ihr Laub austreiben. Sie benötigen einen hellen, möglichst sonnigen Standort mit einem gelockerten Boden und natürliche eine Kletterhilfe, zum Beispiel eine Mauer, eine Pergola oder eine eigens gebaute Rankhilfe. Da die Rose je nach Sorte bis zu sechs Meter hoch werden kann, muss der Pflanzort entsprechend groß sein.
Beim Pflanzen wird der Strauch zunächst einige Stunden lang gewässert. Falls der Wurzelballen beschädigte Wurzeln aufweist, werden diese abgeschnitten. Das Pflanzloch muss so groß sein, dass die Wurzeln sich beim Einsetzen nicht krümmen. Beim Verfüllen des Lochs wird gut abgelagerter Kompost mit hineingegeben.
Um die junge Pflanze gegen den Frühlingsfrost zu schützen, wird die Erde um den Rosenstock ein wenig angehäuft, bis die neuen Triebe eine Länge von 10 cm erreicht haben. Nun wird die Anhäufung entfernt und wiederum etwas Kompost in den Boden um die Pflanze eingearbeitet.
In den ersten drei Jahren benötigt sie eine reichliche Wässerung, gerade angesichts des Umstandes, dass der Standort sonnig ist. Den Gegensatz von Sonne einerseits und viel Wasser andererseits darf man nicht außer Acht lassen. Gedüngt wird über Sommer, wenn die neuen Rosentriebe etwa 10 cm lang sind.
Beim Rosenschneiden gibt es einige Grundregeln. Die Schere muss sehr scharf sein, denn die Zweige und Ranken dürfen nicht gequetscht werden. Eine verschmutzte Schere sollte vor der Berührung mit Rosen desinfiziert werden. Die richtige Stelle für den Schnitt ist jeweils über einem außen stehenden Auge und vom Auge weg. Auch muss schräg geschnitten werden, damit Saft und Regenwasser sofort ablaufen können und nicht ins Auge fließen. Abgeschnittene Teile gehören nicht in den Kompost, sondern in den Müll, damit eventuell in ihnen steckende Krankheitserreger sich nicht weiter im Garten ausbreiten.
Das Schneiden der Rosen erfolgt zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten: im Frühling und nach der Blüte. Der Termin für den Frühlingsschnitt ist leicht zu behalten, er findet statt, wenn die Forsythien blühen. Alte und vertrocknete Triebe werden konsequent an der Basis entfernt.
Nach der Blüte werden verwelkte Blüten abgeschnitten, so dass sich im Herbst neue Triebe bilden können. Auch zu lang gewordene Ranken werden abgeschnitten. Dies genügt, dass die Kletterrose in die Winterruhe gehen kann.

Mehr zur Pflege der Pflanzen im eigenen Garten: